40 Jahre MSO

40 Jahre MSO
 
 

Die Jungfrau-Zeitung berichtet über die MSO im Jubiläumsjahr.

Aktives Musizieren hat für Menschen jeden Alters grosse Bedeutung. Aus diesem Bewusstsein wurden im Laufe der 70er- und 80er-Jahre in der Schweiz zahlreiche Musikschulen gegründet.

Im Kanton Bern wurden in derselben Zeit nach und nach über 30 Musikschulen eröffnet, welche inzwischen das ganze Kantonsgebiet abdecken. Diese Musikschulen gehören dem Verband Bernischer Musikschulen an (VBMS). Als Dachverband existiert der Verband Musikschulen Schweiz (VMS), dem die MSO ebenfalls angehört.

Die regionale Musikschule Bödeli

1980 erkannten einige Musikfreunde in der Region Interlaken/Oberhasli, dass es an der Zeit wäre, eine eigene Musikschule zu gründen. Nach zahlreichen Verhandlungen mit den betroffenen Gemeinden wurde es möglich, den Trägerverein „Regionale Musikschule Bödeli (RMB)" zu gründen.

Im Sommer 1980 wurde Roland Linder als Schulleiter gewählt. Ihm oblag die Aufgabe, die Musikschule zu organisieren, damit sie ab Frühling 1981 den Betrieb aufnehmen konnte. Die damalige RMB startete mit etwa 120 Schülern. Von Anfang an war die RMB bestrebt, ein möglichst breites Fächerangebot anzubieten.

1983 trat das "Kantonale Dekret über Musikschulen und Konservatorien" in Kraft, welches diesen Institutionen den nötigen Rückhalt betreffend Anerkennung und Finanzierung gab. So regelt das Dekret unter anderem die Subventionen der öffentlichen Hand (Kanton und Gemeinden) und es schreibt die Bedingungen vor, welche eine Musikschule einhalten muss, um vom Kanton anerkannt werden zu können.

Die MSO

1986 änderte die RMB ihren Namen in "Musikschule Oberland Ost" ( MSO ). Da das Angebot der regionalen Musikschule offensichtlich einem Bedürfnis entsprach, verdreifachte sich die Schülerzahl zwischen 1981 und 1986.

1989 erfolgte der Start der Zusammenarbeit mit bestehenden Institutionen wie Jugendmusiken und Musikgesellschaften. Was damals noch als Pionierleistung galt, ist heute in weiten Teilen der Schweiz zur Selbstverständlichkeit geworden: Die Jugendmusiken lassen ihren Nachwuchs bei den Musikschulen ausbilden. Sie profitieren dabei von der professionellen Unterrichts-Qualität, die Musikschulen ihrerseits können den Beschäftigungsgrad der Lehrkräfte erhöhen.

1991 konnte die MSO das 10-jährige Jubiläum mit ungefähr 400 Schülern begehen. In den folgenden Jahren blieben die Schülerzahlen stabil, ab 1997 sind sie wieder angestiegen.

Die MSO hielt Schritt mit den sich verändernden Bedürfnissen an Instrumentalunterricht. So wurde 1993 neu das Fach Keyboard eingeführt und später erweiterte die MSO ihr Fächerangebot mit Gesangsunterricht.

Neben dem Einzelunterricht wurde vermehrt auch Wert auf Unterricht in Gruppen gelegt. Das im Einzelunterricht Erlernte kann so in Ensembles angewendet werden. Deshalb existieren z.B. Schülerorchester auf verschiedenen Niveaus. Bläser und Schlagzeuger haben die Gelegenheit, bei den Partner-Institutionen in den Musik-Korps mitzuspielen.

Zu Beginn des Jahres 2000 nahm ein schulinternes Team mit 23 Mitgliedern die Arbeit für die Erstellung eines Leitbildes in Angriff. In zahlreichen Sitzungen und Gesprächen mit in die MSO involvierten Personen wurden die Leitlinien der Institution entwickelt. Bei der Erarbeitung dieser vorwiegend qualitativen Zielsetzungen wurden die Schwierigkeiten der Umsetzung (Quantifizierung bzw. Operationalisierung) bereits deutlich. Zu den Resultaten dieser Arbeit gehört u.a. das Corporate Design, das die Verantwortlichen durch die Gestaltung eines neuen Logos aufgefrischt haben. Für Interessenten der MSO wurde ein Prospekt verfasst, der die wichtigsten Angaben über die Musikschule enthält. Weiter wurden in zahlreichen Sitzungen das Mission Statement, die Vision und das Leitbild für die MSO erarbeitet.

2001 feierte die MSO das 20-Jahre-Jubiläum. Mit fast 600 Schülern wurde der Öffentlichkeit anlässlich eines Aktionstages präsentiert, was die MSO in den zwei vergangenen Dekaden erreicht hatte. Mit zahlreichen Gruppen wurde öffentlich musiziert und am Abend fand eine grosse Gala in der Konzerthalle des Kursaals Interlaken statt.

Im Frühsommer 2003 konnte ein lang gehegter Wunsch erfüllt werden: Die MSO bekam öffentlich zugängliche Büroräumlichkeiten. Zudem verfügt die MSO seit dem 1.1.2004 über sieben eigene Unterrichtsräume im für die MSO renovierten „Friedrich-Haus“ in Interlaken.

Die Arbeiten und Aufgaben, welche die Leitung der MSO zu bewältigen hat, sind durch die gestiegenen Schülerzahlen vielseitiger, anspruchsvoller und grösser geworden. Es wurde nötig, dem seit der Gründung der MSO tätigen Schulleiter, einen Co-Schulleiter zur Seite zu stellen. Seit dem Beginn des Schuljahres 03/04 sind zwei Personen für die Schulleitung zuständig.

2006 Die MSO feiert den 25. Geburtstag. Die Big Band der MSO mit jugendlichen und erwachsenen Schülerinnen und Schülern wird gegründet und ist seither aktiv als Botschafterin der MSO unterwegs.

2011 feierte die MSO ihr 30-jähriges Bestehen mit einem grossen Konzert im Kursaal Interlaken.

2012 Nach wie vor besteht ein beträchtliches Raumproblem. Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung des Interlakner Gemeindevertreters David Bühler sucht nach Lösungen zur Beschaffung von neuen Unterrichtsräumen. Das Projekt HAUS DER MUSIK wird konkret.

2016 bezieht die MSO ihr eigenes Schulhaus an der Mittengrabenstrasse 24 in Interlaken.